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Mittwoch, 18.07.2012 - 16:38 Uhr

Gladbach gewinnt das Ringen um den Angreifer

FC Twente EnschedeBorussia M'gladbachBL

De Jong vorgestellt: "Ich fühle keinen besonderen Druck"

Was lange währt, wird endlich gut! Borussia Mönchengladbach hat sich nach wochenlangem Poker die Dienste von Luuk de Jong gesichert. Der niederländische Nationalspieler kommt für rund zwölf Millionen Euro von Twente Enschede und erhält im Borussia-Park einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Der ist damit der teuerste Einkauf in der Geschichte der "Fohlen". Bei seiner Vorstellung am Mittwoch sprach er schon von der kicker-Torjägerkanone.

Luuk de Jong bei seiner Vorstellung am Mittwoch
Luuk de Jong bei seiner Vorstellung am Mittwoch
Zoomansicht© imago

Am Mittwochvormittag bestätigte die Borussia die Verpflichtung nach langem Tauziehen. "Wir freuen uns sehr, dass der Transfer nun endlich über die Bühne ist und Luuk am Freitag mit ins Trainingslager am Tegernsee reisen kann", erklärte Sportdirektor Max Eberl. "In Luuk de Jong bekommen wir einen hochtalentierten Angreifer, der trotz seiner erst 21 Jahre schon reichlich internationale Erfahrung mit dem FC Twente und der niederländischen Nationalmannschaft gesammelt hat."

Am Nachmittag wurde de Jong schließlich offiziell vorgestellt und erklärte kurz und knackig: "Ich bin Stürmer. Ich will Tore schießen. Und ich werde jeden Tag hart arbeiten." Für Eberl passt der neue Mann optimal zur Borussia - "von der Altersstruktur, vom Ehrgeiz, von seiner Entwicklung" her. "Natürlich wird Luuk de Jong an der Transfersumme gemessen", so Eberl weiter. "Aber er braucht Zeit, hier anzukommen. Wir sollten nicht zu viel Druck aufbauen."

Wir werden sehen, ob wir uns in der kommenden Saison um die Torjägerkanone streiten werden.
De Jong über seine Landsleute Huntelaar und Dost

De Jong gab sich ob seiner Millionen-Ablösesumme gelassen. "Ich fühle keinen besonderen Druck. Der Wechsel ist natürlich ein großer Schritt für mich. Natürlich ist es viel Geld, das Borussia für mich bezahlt hat. Ich werde aber hart arbeiten und versuchen, mich jeden Tag weiter zu entwickeln." Er habe unbedingt in die Bundesliga gewollt, zwischenzeitlich allerdings schon befürchtet, dass der Wechsel noch platzen könnte. "Deshalb bin ich froh, dass Borussia sich so lange und intensiv um mich bemüht hat."

Auf eine Tor-Anzahl wollte er sich nicht festlegen - zumal einige seiner Landsleute ebenfalls Ansprüche auf die kicker-Trophäe anmelden: "Wir werden sehen, ob wir uns in der kommenden Saison um die Torjägerkanone streiten werden. Klaas-Jan Huntelaar hat es in den vergangenen Jahren bei Schalke schon sehr gut gemacht in der Bundesliga. Und für Bas Dost ist der Wechsel nach Wolfsburg auch ein guter Schritt." Und seine Deutschkenntnisse? "Ich verstehe ganz gut Deutsch, kann es aber leider nicht sprechen." Auch in dieser Hinsicht will er sich bei der Borussia weiterentwickeln.

Ausgaben von über 30 Millionen Euro - Eberl: "Mehr geht nicht"

De Jong, der in der vergangenen Saison in 31 Ligaspielen für Twente 25 Tore erzielte (Gesamtbilanz für Twente: 75 Spiele, 39 Treffer), war der erklärte Wunschkandidat von Borussen-Coach Lucien Favre. Auch Eberl hatte zuletzt betont, dass die Borussia den in der Schweiz geborenen de Jong unbedingt verpflichten wolle.

Allerdings hatte der Bundesligist namhafte Konkurrenten auszustechen. Denn an den 21 Jahre jungen Nationalspieler, der für die Elftal bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine aber nicht zum Einsatz kam, meldeten gleich mehrere internationale Topklubs ihr Interesse an. Besonders aus England waren einige Premier-League-Vereine auf de Jong aufmerksam geworden. Dieser betonte aber, lieber in die Bundesliga wechseln zu wollen. Der Stürmer sieht in Gladbach eine bessere Perspektive und die Möglichkeit, sich auf einem höheren Niveau zu beweisen. Auch rechnet er sich bessere Chancen für die niederländische Nationalmannschaft aus.

Natürlich wird Luuk de Jong an der Transfersumme gemessen.
Max Eberl

Besonders schwierig gestalteten sich die Verhandlungen mit de Jongs Verein Twente Enschede. Die Verantwortlichen wollten möglichst viel Geld mit de Jong verdienen und schraubten die Ablöseforderungen immer höher. Nun lenkten sie bei einem Gesamtpaket von zwölf Millionen Euro (plus Bonuszahlungen) aber ein, so dass der Transfer doch noch über die Bühne gehen konnte.

Damit sind die Personalplanungen bei Borussia Mönchengladbach im Großen und Ganzen abgeschlossen. Bereits zuvor schlossen sich Granit Xhaka (FC Basel, rund 8,5 Millionen Euro), Branimir Hrgota (IF Jönköpings, 400.000 Euro), Alvaro Dominguez von Atletico Madrid (rund sieben Millionen Euro) sowie Peniel Mlapa (Hoffenheim, 2,5 Millionen Euro) den "Fohlen" an. Hinzu kommen noch die in der Vorsaison ausgeliehenen Anderson (Eintracht Frankfurt) und Lukas Rupp (SC Paderborn) sowie die Talente Amin Younes und Niklas Dams. Ausgaben von über 30 Millionen Euro also - "mehr geht nicht", sagte Eberl am Mittwoch.

Gedeckt werden die Ausgaben durch die Abgänge von Marco Reus für 17,1 Millionen Euro zu Borussia Dortmund sowie von Dante für 4,7 Millionen Euro zu Bayern München.


Gladbacher Neuzugang kostet 12 Millionen Euro
Luuk de Jong in Bildern
Luuk de Jong und Oleguer von Ajax
Anfänge bei De Grafschaap

Der Neu-Gladbacher Luuk de Jong sammelte seine ersten Profi-Erfahrungen bei De Graafschap Doetinchem. Im November 2008 gab er sein Debüt in der niederländischen Eredivisie. Hier duelliert er sich im März 2009 mit Oleguer von Ajax Amsterdam.
© imago

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