Wolfsburg spielt Remis bei Kazan
Quelle: IMG
Der Rasen erinnerte eher an einen Kartoffelacker, die Temperaturen eher an ein Schlittenhundrennen: Der VfL Wolfsburg hat sich in der Eiswüste von Kazan mit einem 1:1 (0:1) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im Achtelfinale der Europa League verschafft.
Durch den Treffer Zvjezdan Misimovics in der 67. Minute erkämpfte der ersatzgeschwächte deutsche Meister das Remis bei Rubin. Christian Noboa (29.) hatte den russischen Champion vor 9000 Zuschauern in Führung gebracht.
Der VfL trotzte den Personalproblemen wie den Minustemperaturen, doch auf dem Acker des Zentralstadion fanden die Rubin-Spieler lange Zeit den besseren Halt. In einem temperamentvollen Spiel bei äußerst schwierigen Platzverhältnissen gelang es dem Bundesliga-Zehnten nur selten, sein technisch gekonntes Spiel aufzuziehen. Dafür hielt das Team von Lorenz-Günther Köstner kämpferisch voll dagegen und wurde für seine Moral mit dem Ausgleichstreffer belohnt.
Rubin: Erst Ryzhikov, dann Offensive
Auf dem unebenen Geläuf erspielten sich die Wölfe die erste Chance durch Edin Dzeko (10.), der aus spitzem Winkel an Sergey Ryzhikov im Rubin-Tor scheiterte. Doch dann übernahmen die Russen das Kommando und gingen nach einem Wolfsburger Fehler in Führung.
Obafemi Martins, der den verletzten Grafite vertrat, ließ seinen Gegenspieler Cristian Ansaldi ungehindert flanken. Als sich in der Mitte niemand für Noboa zuständig fühlte, bedankte sich der Ecuadorianer per Kopf mit dem 1:0. Zwei Minuten später bewahrte Torhüter Marwin Hitz den VfL mit einem Reflex gegen Kasans Top-Torjäger Alexander Bucharow vor dem vorzeitigen K.o. Auf der Gegenseite versuchte Christian Gentner aus der Distanz sein Glück, scheiterte aber an Ryzhikov (35.).
Ab in den Torwinkel
Im zweiten Durchgang wurde der VfL zunehmend stärker, obwohl Alexander Madlung zunächst noch das 0:2 verhindern musste. Der Abwehrspieler warf sich in der 53. Minute in einen Schuss von Hasan Kabze. Doch dann drückten Dzeko und Co. aufs Tempo. Erst scheiterte der zwölffache Bundesliga-Torschütze noch an Ryschikows Fußabwehr, dann nahm Misimovic Maß und ließ Wolfsburg jubeln.
Der bosnische Regisseurs erhielt den Ball an der Strafraumgrenze und traf aus 16 Metern mit einem Traumtreffer in den Winkel des Gehäuses. Dabei hatte Misimovic bis dahin nicht wie erhofft Regie führen können. Der Lenker des VfL-Spiels machte nach 54 Minuten mit einem strammen Schuss erstmals auf sich aufmerksam und fiel ansonsten nur bei Standardsituationen auf.
Nach dem Ausgleich waren es dann die Wölfe, die mehr und mehr das Heft in die Hand nahmen. Doch Misimovic (75.), der einen Freistoß an das Lattenkreuz setzte, und Martins (77.), der den Ball im Strafraum vertändelte, konnten die Führung nicht erzwingen. So blieb es am Ende beim gerechten Unentschieden, dass die Gäste aus Deutschland allerdings weiter bringt als Kazan.
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