Dormtund schlägt Leverkusen deutlich
Quelle: IMG
Bayer 04 Leverkusen hat die Rückkehr an die Tabellenspitze der Bundesliga verpasst. Die Werkself unterlag mit 0:3 (0:0) bei Borussia Dortmund und konnte damit aus der 1:2-Niederlage von Spitzenreiter Bayern München wenige Stunden zuvor keinen Profit schlagen. Torjäger Lucas Barrios (50. Minute/ 60.) brachte die Borussen in Führung. Für den Schlusspunkt sorgte Dimitar Rangelov (87.).
Die Dortmunder mussten heute auf Nelson Valdez verzichten, der wegen eines Muskelfaserrisses fehlte, zudem war Nuri Sahin aufgrund einer Gelbsperre nicht mit von der Partie. Auf der Dortmunder Doppelsechs spielte damit Tamas Hajnal neben Sebastian Kehl. Jupp Heynckes hingegen hatte nur einen einzigen Ausfall zu beklagen. Simon Rolfes stand nach seiner Knie-OP noch nicht wieder zur Verfügung. Stefan Reinartz und Toni Kroos waren nach ihren Gelbsperren wieder einsatzbereit und durften zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Leverkusen begann hoch motiviert
Der Gastgeber agierte in den ersten zehn Minuten in höflicher Zurückhaltung. Leverkusen war das aktivere Team und hatte auch die erste Chance zu verzeichnen. Einen Schuss von Gonzalo Castro fälschte Neven Subotic ab, der Ball landete vor den Füßen von Stefan Kießling, der das 1:0 aus 12 Metern vergab. Roman Weidenfeller war geistesgegenwärtig aus dem Tor geeilt, hatte den Winkel verkürzt und den Schuss pariert (10. Minute).
Nur zehn Minuten später stand Roman Weidenfeller erneut im Mittelpunkt. Castro war zur Grundlinie durchgedrungen und hatte in den Dortmunder Strafraum zurück geflankt. Eren Derdiok köpfte aus 14 Metern auf das Tor und hatte Pech, dass der Dortmunder Keeper zur Stelle war und den Ball mit einer gekonnten Parade über die Latte lenkte.
BVB aufgewacht, Leverkusen weiterhin besser
Bayerns Patzer in Frankfurt schien die Leverkusener zu motivieren. Sie verteidigten hoch, waren aggressiver im Zweikampf und setzten den Dortmunder Spielaufbau unter Druck. Abspielfehler der Gastgeber waren die Folge, daraus initiierte Bayer geschickt seine Angriffe. Nach einer halben Stunde verbesserte sich dann das Dortmunder Spiel.
Die ersten zwei Ecken waren die Folge (29./32.), denn Leverkusen konnte den BVB nicht mehr so konsequent vom eigenen Tor fern halten. Bayer blieb jedoch stets gefährlich, meist durch Kießling. Sein Dortmunder Wiedersacher hieß in der 36. Minute erneut Roman Weidenfeller. Glänzend parierte der gegen den Leverkusener Torjäger, der Keeper boxte den Ball mit einer Faust in höchster Not aus der Gefahrenzone.
Leverkusen agierte nicht mehr ganz so dominant wie noch in den ersten Minuten, hatte aber die deutlich klarere Spielanlage. Dieser entsprang dann auch die nächste große Chance. Renato Augusto setzte sich auf der rechten Seite durch und passte gezielt auf Kießling, der den Ball geschickt durchließ. Dahinter kam Derdiyok aus 16 Metern zum Abschluß. Bei diesem Versuch war dann auch Roman Weidenfeller machtlos, aber zum Glück für den BVB mit dem Pfosten im Bunde (41.).
Remis zur Pause - Der BVB mit Glück und Weidenfeller
So hatte Dortmund also das Glück, mit einem Remis in die Pause gehen zu können. Leverkusen war das in allen Belangen bessere Team. Zwar war der BVB nach einer halben Stunde aufgewacht, agierte im Spiel nach vorne aber zu fehlerhaft und schlug zu viele lange Bällen, mit denen Sami Hyypiä und Manuel Friedrich umzugehen wussten. Einziges Manko im Spiel der Leverkusener war die Chancenverwertung, einziger Lichtblick beim BVB der hervorragende Weidenfeller.
Nach der Pause sollte dann Patrick Helmes die Chancen verwandeln, die Stefan Kießling liegen gelassen hatte - er blieb verletzt in der Kabine. Auszeichnen durfte sich jedoch erst einmal Rene Adler. Er wehrte einen Schuss des frei auf das Leverkusener Tor zulaufenden Kevin Großkreutz ab. Die anschließende Ecke stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Tamas Hajnal brachte den Ball auf den kurzen Pfosten, wo sich Patrick Owomoyela gegen Daniel Schaab durchsetzte und den Ball weiterleitete. Dahinter reagierte Lucas Barrios blitzschnell, spitzelte den Ball aus nächster Nähe vorbei an Friedrich und Alder zum 1:0 für die Borussia.
Das Spiel kippte gänzlich
Leverkusen war geschockt und der BVB spielte sich zum Herr in eigenen Hause auf. Trainer Jürgen Klopp musste in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden haben, denn sein Team fuhr nun einen Angriff nach dem anderen. So vergab Zidane aus 18 Metern (53.) - Barrios versuchte es gar aus 43 Metern. Rene Adler, der etwas weit vor dem Kasten stand, eilte zurück und lenkte den Ball im letzten Moment über die Latte (59.).
In der 60. Minute kippten die Dortmunder das Spiel dann endgültig. Nach einem Leverkusener Fehlpass von Renato Augusto schob Zidane den Ball in den Sechzehner, dort tauchte erneut Barrios auf und spitzelte die Kugel mit der Picke an Adler vorbei ins lange Eck. Weitere Chancen von Hajnal (64.) und Zidane (65.) verdeutlichten die Überlegenheit der Gastgeber in den zweiten 45. Minuten. Die Dortmunder boten mehr Einsatz und Laufbereitschaft als noch in Hälfte eins und sie hatten mit Lucas Barrios den entscheidenden Mann in ihren Reihen.
Applaus für den Matchwinner
Die Partie verflachte in der Folgezeit, doch wenn es brenzlig wurden, dann war Schwarz-Gelb die Ursache. Bayer hatte den Faden verloren. Beim Gastgeber durfte sich dann der Matchwinner seinen verdienten Applaus abholen. Lucas Barrios wurde durch Dimitar Rangelov ersetzt (73.). Der BVB behielt die Kontrolle über das Spiel und Dimitar Rangelov konnte das Ergebnis schließlich noch auf 3:0 erhöhen (87.).
Dortmund hätte in Halbzeit eins gut und gerne zwei bis drei Gegentreffer kassieren können. Jürgen Klopp muss den Zaubertrank im Pausentee ausgepackt haben, denn die Gastgeber kamen wie verwandelt aus der Halbzeitpause, agierte kämpferisch und läuferisch verbessert und zwangen nun ihrerseits den Gegner zu Fehlern.
Der entscheidende Unterschied hieß Barrios
Der entscheidende Unterschied hieß Lucas Barrios, der mit seinen beiden Treffern die Weichen auf Heimsieg stellte. So konnte Dortmund den Bremer Angriff auf Platz vier abwehren und Leverkusen auf die Pelle rücken, fünf Punkte sind es noch zum Herbstmeister. Bayer patze also ebenso wie die Bayern und so könnten die Dortmunder unfreiwillig dem großen Rivalen Schalke zum Sturm an die Spitze verholfen haben.
Michel Massing
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