Van Nistelrooy freut sich auf Leverkusen
Quelle: IMG
Ein Weltklasse-Tor, ein Abseitstreffer und permanent Vollgas: Ruud van Nistelrooy kann nach seinem ersten Vollzeit-Einsatz beim 3:1 gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht das nächste Spiel kaum erwarten.
"Die letzten zehn Minuten war ich ein bisschen müde. Aber ich bin fit und sehr glücklich", sagte der Stürmer des Hamburger SV, der mit dem ersten Europa-League-Tor seiner Karriere und seinem ersten Treffer vor heimischem Publikum die Fans verzückte. Am Sonntag im Spitzenspiel beim Tabellennachbarn Bayer Leverkusen wäre er gern wieder dabei. "Das wird ein schönes Spiel", versprach Van the Man. "Leverkusen ist ein starker Gegner. Da können wir zeigen, wo wir stehen."
Verschnaufpause für Van Nistelrooy?
Zunächst muss der 33-Jährige jedoch seine Knochen und Muskeln befragen. "Zwischen Donnerstagabend und Sonntagmittag ist nicht viel Zeit. Mal sehen, wie es am Samstag ist", meinte der Torjäger, der bisher drei Treffer im Dress der Hamburger erzielt hat. HSV-Trainer Bruno Labbadia würde seinem prominentesten Profi gern eine Verschnaufpause gönnen. "Wir sollten zufrieden sein, dass er ein 90-Minuten-Spiel gemacht hat. Wir überlegen, was wir machen können", meinte der 44-Jährige.
Mit dem Rückenwind des Sieges über Anderlecht fällt den Hamburgern die Reise nach Leverkusen leichter. "Ich denke, dass wir jetzt ganz viel Selbstvertrauen für die nächsten Wochen haben", verkündete Abwehrchef Joris Mathijsen. Um den Erfolg gegen Anderlecht genießen zu können, blieb keine Zeit. "Wir werden uns gleich auf das Spiel am Sonntag konzentrieren und dafür sorgen, dass wir auf vier Punkte rankommen", so Mathijsen. "Dann ist alles möglich." Trainer Labbadia hat bereits zur Aufholjagd geblasen. "Wir haben unsere Serie in der Bundesliga gestartet", verkündete er nach dem 1:0-Zittersieg gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag.
Guerrero ist wieder da, seine Kumpels sind weg
Paolo Guerrero musste bei seiner Rückkehr nach Hamburg staunen: Torjäger-Legende Ruud van Nistelrooy im HSV-Dress, aber die alten Kumpel Alex Silva und Mickael Tavares nicht mehr da. Im vergangenen Vierteljahr hat sich beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV einiges getan. Vor mehr als drei Monaten war Guerrero in seine Heimat Peru geflogen, um sich nach einem im September vergangenen Jahres erlittenen Kreuzbandriss zu erholen und für sein Comeback zu arbeiten. Dass der Stürmer den Heimaturlaub aber nicht wie gefordert nach der Winterpause beendete, sondern wegen Flugangst um zwei Monate ausdehnte, stieß dem HSV bitter auf.
Mehrere Flugversuche soll der Peruaner abgebrochen haben, darunter auch einen zum Arztbesuch beim Kniespezialisten in den USA. Umso bemerkenswerter die Aussage des Südamerikaners vor seinem Abflug am Mittwochabend in Lima: "Das ist alles Blödsinn. Ich habe keine Angst. Das haben die Medien erfunden". Die Worte riefen auch beim HSV Erstaunen hervor. "Unsere Therapie hat wohl angeschlagen", meinte HSV-Sprecher Jörn Wolf augenzwinkernd.
Guerrero unter Druck gesetzt?
Trainer Bruno Labbadia war erleichtert, den 26-Jährigen endlich wieder unter seine Fittiche nehmen zu können. "Er hat gestrahlt, als er mich gesehen hat", berichtete Labbadia. "In den nächsten Tagen werden wir überprüfen, wie weit Paolo schon ist." Ganz weit war er, als er noch spielte: vier Bundesliga-Partien, vier Tore.
Laut Club-Chef Bernd Hoffmann wird man den Stürmer vielleicht in zwei, drei Wochen sehen können. Guerreros Mutter, Petronila Gonzáles, ist da anderer Meinung. "Er ist jetzt fit. Er kann spielen, sein Knie ist okay", widersprach sie und nutzte gleich die Chance, ihrem Ärger Luft zu machen. Ihr Sohn sei nur nach Deutschland zurückgekehrt, "weil sein Verein ihn unter Druck gesetzt hat. Der Vertrag soll besprochen werden", wird Guerreros Mutter in der Zeitung El Bocón zitiert. In der Tat läuft der Kontrakt am Saisonende aus. Doch der HSV hat es derzeit nicht eilig, diesen zu verlängern.
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