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Donnerstag, 27.09.2012 - 14:45 Uhr

Stuttgart: Bobic und Labbadia sind angeschlagen

VfB StuttgartBL

Der VfB ist nicht mehr jung und wild

"Indiskutabel", "absolut desolat", "grottenschlecht" waren die Vokabeln, die Sportdirektor Fredi Bobic nach dem Auftritt des VfB Stuttgart gegen Hoffenheim (0:3) bemühte. Nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinshistorie knackt es überall im schwäbischen Gebälk. Aber nicht nur die nackten Ergebnisse liefern Diskussionsbedarf, auch der baldige Abgang von Frieder Schorf und Thomas Albeck aus dem Nachwuchsleistungszentrum wirft Fragen auf.

Es ist mal wieder soweit: Die Stuttgarter Herbstdepression ist zurück.
Es ist mal wieder soweit: Die Stuttgarter Herbstdepression ist zurück.
Zoomansicht© picture alliance

Nach dem Auftritt vom Mittwochabend gab es keine zwei Meinungen: "Katastrophe, wir haben einen Scheiß zusammengespielt, das war echt traurig", nahm Serdar Tasci stellvertretend für alle Stellung. "Wir werden mit den Spielern hart ins Gericht gehen, aber intern. Das Einmaleins des Fußballs hat nicht funktioniert", meckerte Bobic. Eine Trainerdiskussion wird in Stuttgart noch nicht geführt. "Was willst du da jetzt über einen Trainerwechsel reden? Wenn ein neuer Trainer kommt, wird der nicht viel ändern können", sagte etwa Tasci. "Wir glauben voll an den Trainer - und er an uns. Es liegt an uns Spielern."

Aber die Verantwortlichen beim VfB sind angeschlagen, nicht nur wegen des schlechten Auftretens. Auch hinter den Kulissen scheint es bei den Schwaben derzeit nicht zu passen. In der Jugendabteilung verliert man erfahrenes Personal an die Konkurrenz - nicht zum ersten Mal.

Das viel gerühmte Nachwuchsleistungszentrum hat in steter Regelmäßigkeit Stars wie Kevin Kuranyi, Aliaksandr Hleb, Sami Khedira, Mario Gomez oder Serdar Tasci herausgebracht. Geformt wurden solche Spieler unter anderem von Schrof und Albeck. Beide gaben unter der Woche bekannt, den Verein in Richtung RB Leipzig zu verlassen, Ralf Rangnick, der beide kennt, hat das Duo gelockt.

Schrof (seit 1983 beim VfB und zuletzt Leiter Organisation und Verwaltung bei den Junioren) und Albeck (Sportlicher Leiter U14-U16 und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums) gaben offiziell an, die neue Herausforderung sei "der große Reiz". Allerdings dürfte auch die mangelnde Perspektive der Jugendspieler im derzeitigen Profikader eine Rolle gespielt und die beiden Urgesteine frustriert haben.

Die Ausbildungskonzeption des VfB Stuttgart (Quelle: Vereinswebsite)

Der VfB steht für nachhaltig erfolgreiche Jugendarbeit. Unsere "Jungen Wilden" haben sich als Markenzeichen etabliert. Aktuell sind mehr als 100 Spieler, die mehr als drei Jahre und länger in den Nachwuchsteams des Vereins ausgebildet wurden, in den höchsten Profiligen Europas aktiv - darunter Spieler wie Sami Khedira, Mario Gomez oder Kevin Kuranyi. Mit zehn A-Junioren- und sechs B-Junioren Meisterschaften ist der VfB Stuttgart deutscher Rekordmeister. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, unternimmt der Verein große Anstrengungen. Die Förderung der Profis von morgen umfasst drei Bereiche, die gleich gewichtet und optimal miteinander verzahnt sind: Die sportliche Ausbildung, die schulisch/berufliche Ausbildung sowie die Ausbildung der Persönlichkeit.

Der Verein pumpt jährlich mehrere Millionen in die Jugendarbeit. 16 Meisterschaften im A- und B-Juniorenbereich sind der Lohn. Doch zuletzt schaffte keines der Talente mehr den Sprung. Keeper Sven Ulreich war der letzte Spieler, der Fuß fasste. Derzeit trainieren Antonio Rüdiger, Kevin Stöger und Raphael Holzhauser bei den Profis, doch Berücksichtigung finden sie nicht. Warum?

Glauben Sie mir, wir haben einen klaren Plan, machen das, wovon wir überzeugt sind.
Bruno Labbadia reagiert leicht genervt auf die Frage nach den jungen Spielerrn, die beim VfB bisher nicht zum Zug kommen.

Die "Stuttgarter Zeitung" berichtete von einer Trainertagung in der Sommerpause. Chefcoach Labbadia soll dabei kein positives Wort über das Nachwuchstrio verloren haben. Es sei keine Bereitschaft erkennbar gewesen, die jungen Spieler zu fördern. "Der Verein tut in diesem Bereich unheimlich viel, aber das sollte sich auch in der Aufstellung der ersten Mannschaft niederschlagen", wird Albeck zitiert. Nun muss der VfB zwei wichtige Stellen neu besetzen. Bereits vor einigen Monaten hatte Marc Kienle, von Bobic erst kurz zuvor zum Jugendchef ernannt, die Schwaben verlassen und beim FC Bayern München unterschrieben. Gehören die "Jungen Wilden" in Stuttgart also längst der Vergangenheit an?

Raphael Holzhauser
Raphael Holzhauser
Zoomansicht© picture alliance

Labbadia reagierte, auf das Thema "Junge Spieler" angesprochen, jedenfalls äußerst dünnhäutig. "Das ist ein Thema hier, puh", stöhnte er: "Glauben Sie mir, wir haben einen klaren Plan, machen das, wovon wir überzeugt sind." Doch auffällig war, dass Labbadia Nachwuchskraft Holzhauser in der Halbzeit für den erneut schwachen Tamas Hajnal einwechselte. Zudem saßen Stöger und Rüdiger, der kurzfristig für Maza ins Team rückte, noch auf der Bank. Nur ein Zufall nachdem Schrof und Albeck ihren Abschied einen Tag zuvor verkündeten? Jedenfalls saß an den vorherigen vier Spieltagen lediglich Holzhauser einmal auf der Bank. Der Österreicher kam gegen die Kraichgauer mit der kicker-Note 4 - nach Ulreich, der noch Schlimmeres verhinderte - übrigens noch am besten weg. Ein erster Fingerzeig?


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Dienstag 28.05.2013 Halbzeit
20:30 Dynamo Dresden - VfL Osnabrück -:- (-:-)
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