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Donnerstag, 01.11.2012 - 18:00 Uhr

Nach den Vorkommnissen in Hannover

Dynamo DresdenDFB

Kontrollausschuss leitet Ermittlungen gegen Dynamo ein

Wie erwartet hat der DFB-Kontrollausschuss am Donnerstag ein Ermittlungsverfahren gegen Dynamo Dresden eingeleitet. Am Abend zuvor wurden 18 Dynamo-Anhänger beim Pokalspiel in Hannover (3:4 i.E.) in Gewahrsam genommen und drei Personen wegen Körperverletzung vorläufig festgenommen. Die Annahme, dass Dynamo für den Pokal ausgeschlossen wird, bezeichnete man von DFB-Seite als vorschnelle Spekulation.

Polizei auf dem Rasen
Polizei auf dem Rasen
Zoomansicht© picture alliance

Eine empfindliche Strafe dürfte aber in jedem Fall drohen. Schließlich hatte es schon vor einem Jahr rund um das Pokalspiel bei Borussia Dortmund Ausschreitungen gegeben. Damals wurde Dynamo zunächst vom laufenden DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen. Erst das DFB-Bundesgericht kippte dieses Urteil später und verhängte stattdessen ein Geisterspiel in der 2. Bundesliga sowie eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro. Diese Entscheidung nannte der DFB seinerzeit "eine letzte Warnung an den Verein".

Die Polizei in Hannover zog nach dem Abend eine traurige Bilanz. "Wir sind sehr enttäuscht. Da war viel Aggression drin. Die Gewalt gegen Polizisten ging ausschließlich von den Dynamo-Fans aus", sagte ein Sprecher. Nur mit einem Großaufgebot von rund 1000 Beamten hätten schwere Krawalle verhindert werden können.

"Wir wollen Bilder wie in Hannover nicht sehen", erklärte auch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock nach einem Treffen mit Vertretern des Ligaverbandes sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Frankfurt am Main. Es sei nun "die Aufgabe unserer unabhängigen Sportgerichtsbarkeit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen".

Die Gewerkschaft der Polizei forderte nach dem schon lange zuvor angesetzten Treffen eine stärkere Unterstützung durch die Vereine und die Politik. "Die Verbände haben klar erkannt, dass Gewalt dem Ansehen des Fußballs schadet. Es ist jetzt wichtig, die Klubs mit ins Boot zu holen", sagte ihr Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut. "Nur gemeinsam kann die Gewaltspirale zurückgedreht werden. Dabei darf nicht auf Zeit gespielt werden."

Dynamo zeigt sich "beschämt und empört"

Inzwischen haben die Dresdner in einer offiziellen Stellungnahme ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht. "Es beschämt und empört uns, dass es rund um die Partie auch wieder Vorkommnisse gab", hieß es dabei. "Wir sind ein Sportverein mit einem objektiv begrenzten Einfluss, werden aber unserer Verantwortung nachkommen und die folgerichtigen und uns möglichen Schritte unternehmen." Das Verhalten einer "begrenzten, leider aber zu großen Gruppe", habe "tausende friedliche Fans wieder landesweit diskreditiert".


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